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Clearingverfahren

Das Clearingverfahren ist wesentlicher Bestandteil der (endgültigen) Inobhutnahme durch das Jugendamt und unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Federführend ist das jeweilige Jugendamt, unter Beteiligung der betreuenden Einrichtung, des  Vormunds (wenn schon vorhanden) und im Bedarfsfall von anderen Experten (z.B. Therapeuten, wenn schon vorhanden).

Es kann in einem kurzen Gespräch bestehen, aber auch mehrere Wochen dauern. Das Verfahren dient dazu, den aus Sicht der Jugendhilfe notwendigen Bedarf der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge festzustellen. Das kann medizinische oder psychologische Behandlung sein, die Versorgung mit ausreichend Kleidung oder die Unterbringung in einer betreuten Wohngruppe. Wer das Clearingverfahren durchführt, wird in den Kommunen unterschiedlich geregelt. Das Jugendamt kann es selbst durchführen oder eine geeignete Einrichtung, wie zum Beispiel Clearinghäuser, damit beauftragen. Eine für alle Bundesländer einheitliche Regelung zu Ablauf und Dauer gibt es nicht.

Geklärt wird in einem Clearingverfahren:
– Wie ist die psychische und körperliche Verfassung, der Gesundheitszustand?
– Welche Angaben gibt es zur Identität?
– Hat der/die Minderjährige ebenfalls geflüchtete Familienangehörige in einem anderen Land und ist es möglich, die Familie wieder zusammenzuführen?
– Welche Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe benötigt der unbegleitete minderjährige Flüchtling?
– Welche Art der Unterbringung ist geeignet?
– Wer übernimmt die Begleitung im Leben bis zur Volljährigkeit?
– Welche Perspektive hat der Flüchtling?

Weiterführende Informationen:

http://www.b-umf.de/images/groe-anfrage-umf-2015.pdf
http://www.b-umf.de/images/aufenthaltsrechtlichesclearing_b-umf_2012.pdf
https://www.willkommen-bei-freunden.de/themenportal/artikel/das-clearingverfahren-eine-moeglichkeit-der-integration/
http://www.b-umf.de/de/startseite/asyl-und-aufenthaltsrechtliches-clearingverfahren