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Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF)

Seit 20 Jahren setzt sich der Verein mit 300 Mitgliedern dafür ein, die Rechte von Kindern zu stärken, die ohne sorgeberechtigten Elternteil nach Deutschland einreisen. Von der praktischen Verbesserung der Aufnahmesituation, also dem Zugang zu Jugendhilfeeinrichtungen bis zu gesellschaftlicher Teilhabe. Der Verein richtet sich in erster Linie an in der Jugendhilfe tätige, unterhält aber ein Netzwerk zu Akteur*innen aus Flüchtlingsarbeit, politisch Engagierten, Kinderrechtsorganisationen und kommunalen Behörden. Für die Arbeit auf Ebene der Bundesländer sind Landeskoordinatoren eingesetzt.

Auf seiner Webseite veröffentlicht der BumF Handlungsempfehlungen für Angestellte der Jugendhilfe und Andere im Umgang mit UMF (Asylverfahren, Anhörung, Familiennachzug) . Außerdem finden sich ständig aktualisierte Informationen zur Gesetzeslage und politische Stellungnahmen zu gesetzlichen Neuerungen und der Lebenssituation von UMF in Deutschland. Der BumF bietet wöchentlich an zwei Terminen telefonische Einzelfallberatung an (siehe Webseite).

BumF e.V. – Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V.
Paulsenstr. 55 – 56
12163 Berlin

http://www.b-umf.de/
info@b-umf.de
030 82 09 743 – 0

Beendigung der Vormundschaft

Das Vormundschaftsverhältnis wird in der Regel durch die Volljährigkeit des Mündels beendet. In der Regel also zum – tatsächlichen oder festgestellten – 18. Geburtstag des Mündels. Gilt im Heimatland ein späteres Alter für die Volljährigkeit, gilt das Heimatrecht. Bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen kann die Volljährigkeit auch durch das Altersfeststellungsverfahren unerwartet eintreten.

Oft geht mit der Beendigung der Vormundschaft und der Volljährigkeit die Entlassung aus der Jugendhilfe einher, wobei es hier durchaus Spielraum gibt, da unter Umständen auch junge Erwachsene von Leistungen der Jugendhilfe profitieren können. Weitere Anträge auf Leistungen und Asylanträge müssen von den Geflüchteten selbst gestellt werden.

Das Erreichen der Volljährigkeit und damit das Ende der Vormundschaft sollte wegen den umfassenden Konsequenzen, die dieses Datum für die Jugendlichen haben kann, gut vorbereitet werden.

So gilt es z.B., mit der jeweiligen Jugendhilfeeinrichtung und dem Jugendamt zu klären, ob der/ die Jugendliche in der Jugendhilfe verbleiben kann, und wenn ja wie lange. Falls das Jugendamt keine weiteren Hilfsmaßnahmen im Rahmen der Jugendhilfe bewilligt, muss eine neue Unterkunft gefunden werden. Oft ist es auch dann noch möglich, beim Jugendamt einen Antrag auf Übergangshilfe zu stellen, so dass dem/der Jugendlichen noch weiterhin ambulant sozialpädagogische Betreuung zur Verfügung steht.

Auch was das Asyl- bzw. Aufenthaltsverfahren angeht, hat das Erreichen der Volljährigkeit große Bedeutung. Aufforderungen zur Ausreise z.B., die vorher aufgrund der Minderjährigkeit des/der Betroffenen nicht zur Debatte standen, könnten jetzt je nach Stand und Aussichten des Asylantrags aktuell werden.

Die Vormundschaft endet automatisch, ein Antrag ist nicht notwendig.

Weiterführende Informationen:
http://www.b-umf.de/de/themen/junge-volljaehrige
https://www.nds-fluerat.org/22253/aktuelles/umf-bevorstehende-volljaehrigkeit-drohender-abrupter-hilfeabbruch-informationen-zum-rechtsanspruch-und-beantragung-von-hilfen-fuer-junge-volljaehrig/

Bestallungsurkunde

Die Bestallungsurkunde wird dem Einzelvormund vom Familiengericht ausgehändigt und verpflichtete ihn nach §§ 1789 und 1791 BGB zu „treuer und gewissenhafter Führung der Vormundschaft“. Sie enthält Name und Geburtsdatum des Mündels und führt alle Aufgaben auf, die im Rahmen der Vormundschaft anfallen. Sollte es weitere Vormünder geben, werden sie (und ihre Aufgaben) ebenfalls aufgeführt. Die Bestallungsurkunde ist der Nachweis für die Vormundschaft und muss in der Regel bei allen gerichtlichen Belangen des Mündels mit eingereicht werden (beispielsweise beim Asylantrag).