Asylantrag

Der Asylantrag wird durch den Vormund frühzeitig, vor Erreichen der Volljährigkeit und ohne Angabe der Fluchtgründe, per Fax oder Einschreiben an das BAMF Nürnberg gestellt. Minderjährige dürfen selbst keinen Asylantrag stellen.

Ob es überhaupt ratsam ist, einen Asylantrag zu stellen, ist allerdings vom Einzelfall abhängig (Herkunftsland, Fluchtgründe, Verfolgung und Fähigkeit zum Berichten über die Flucht) und sollte in Absprache mit Beratungsstellen oder Anwälten geprüft werden. Eine Antragstellung für UMF aus sicheren Herkunftsländern ist in der Regel nicht zu empfehlen. Mit der Ablehnung des Asylantrags könnten alternative Bleibeperspektiven (über Ausbildung und Arbeit) verstellt werden. Es ist auch sinnvoll, die aktuellen Anerkennungsquoten des Herkunftslandes in Erfahrung zu bringen.

In den meisten anderen Fällen empfiehlt sich eine rasche Antragstellung. So kann sichergestellt werden, dass der Antrag noch währen der Minderjährigkeit entschieden wird und damit der besondere Schutz, den Minderjährige genießen, in die Entscheidung einfließt. Ein in Deutschland gestellter Antrag stoppt zunächst die Rückschiebung in andere (Dublin-III) Staaten. Das gilt auch, wenn die UMF dort zuerst registriert wurden oder bereits Antrag auf Asyl gestellt haben. Außerdem eröffnet erst ein positiv beschiedener Asylantrag (Flüchtlingseigenschaft oder Asyl) die Möglichkeit zum Familiennachzug bzw. der Dublin -Familienzusammenführung. (>Familiennachzug). Asylanträge von unbegleiteten Minderjährigen dürfen nur dann als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt werden, wenn sie aus einem sicheren Herkunftsstaat kommen.

Weiterführende Informationen:

Muster Asylanträge: http://www.fluechtlingsrat-thr.de/asylverfahren-umf
http://www.bamf.de/DE/Fluechtlingsschutz/UnbegleiteteMinderjaehrige/unbegleitete-minderjaehrige-node.html