Anhörung im Asylverfahren

Die Anhörung ist der wichtigste Baustein des Asylverfahrens. Es ist daher sehr zu empfehlen, dass sich UMF, Vormund und ggf. Beistand mit der Arbeitshilfe zur Vorbereitung auf die Anhörung des Bundesverbands UMF gründlich auf die Anhörung vorbereiten: http://www.b-umf.de/images/2016_07_05_Arbeitshilfe_Asylverfahren_UMF.pdf.

Die Anhörung ist ein Gespräch, das zwischen weniger als einer Stunde bis zu mehreren Stunden dauern kann und in der Regel Morgens im Arbeitszimmer der*des Anhörer*in stattfindet.

Der UMF trägt seine Fluchtgründe vor.  Wie der Flüchtlingsrat Thüringen betont, kommt es darauf an dass diese Schilderung genau, ausführlich, geordnet und frei von Widersprüchen ist und die Fluchtgründe wahrheitsgemäß, detailreich, „lebensnah“, widerspruchsfrei und vollständig wiedergegeben werden. Es ist erlaubt, Notizen mit in das Gespräch zu nehmen.

Bei der Asylanhörung von Minderjährigen ist die Anwesenheit eines Vormunds verpflichtend. Vormünder dürfen, in Absprache mit der Anhörer*in Zwischenfragen stellen. Außerdem ist ein*e Dolmetscher*in anwesend, die keinen Einfluss auf die Frageverlauf nehmen darf. Minderjährige dürfen zusätzlich einen Beistand als Vertrauensperson in die Anhörung mitnehmen. Das sollte dem BAMF rechtzeitig mitgeteilt werden. Auch diese Person darf die Befragung nicht unterbrechen, aber Notizen anfertigen, die später bei der Klage gegen eine negativen Bescheid hinzugezogen werden können.

Die Person, die die Anhörung vornimmt, sollte besonders für den Umgang mit Minderjährigen geschult sein, so dass die Befragung Alter und Entwicklungsstand entspricht. Von ihr hängt die Qualität der Anhörung (viele Fragen/wenig Nachfragen) und des Gutachtens ab.

Die Anhörung kann bei Problemen mit Anhörer*in/Dolmetscher*in (Unangemessener Tonfall, Übersetzungsprobleme) durch den Vormund für eine Pause unterbrochen oder ganz abgebrochen werden. Eine Unterbrechung hat für das Mündel keinen Nachteil, sollte aber im Protokoll vermerkt sein. Gegebenenfalls wird ein neuer Termin, mit einer neuen Anhörer*in und/oder einer neuen Dolmetscher*in festgelegt.

Weiterführende Informationen:

Kindgerechter Grafikfilm über das Asylverfahren: http://www.asylindeutschland.de/de/film-2/