Abschiebung

Unbegleitete Minderjährige werden aus Deutschland im Allgemeinen nicht abgeschoben. Rückführungen sind nur dann möglich, wenn die Aufnahme im Herkunftsland durch Familie, Sorgeberechtigte oder Einrichtungen sichergestellt und schriftlich zugesichert ist. Dabei muss die Ausländerbehörde überzeugend schriftlich darlegen, dass die Möglichkeit zur Übergabe der minderjährigen Person praktisch tatsächlich gegeben ist. Das gilt auch, wenn die minderjährige Person auf eigenen Wunsch zurückkehrt. Eine Rückkehr ohne diese Voraussetzungen ist auch auf eigenen Wunsch nicht möglich.

Beim Asylverfahren für Minderjährige steht das Kindeswohl über der Dublin Verordnung. Das Verfahren findet deswegen in der Regel dort statt, wo das Kind sich gerade aufhält und Asyl beantragt hat. Auch, wenn der Asylantrag zuvor in einem anderen EU-Land gestellt oder sogar beschieden wurde. Einzige Ausnahme: sollten Verwandte einen gemeinsamen Asylantrag in einem anderen europäischen Land gestellt haben, greift die Familienzusammenführung im Sinne des Kindeswohls. Der Staat in dem die Familie Asylantrag gestellt hat, ist damit für den UMF zuständig.

Abhängig vom Aufenthaltsstatus kann das Erreichen der Volljährigkeit (also in der Regel der 18. Geburtstag) oder die Entlassung aus der Jugendhilfe zur Abschiebung führen.