WAS WIR WOLLEN

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre, die ohne ihre Eltern oder andere Verwandte aus ihrem Heimatland in ein anderes Land flüchten oder dort allein zurückgelassen werden. Sie machen rund fünf Prozent aller neu einreisenden Asylsuchenden in Westeuropa aus – mit steigender Tendenz.

Viele werden von ihren Familien allein nach Europa geschickt, viele haben ihre Angehörigen verloren. Gründe für die Flucht sind Kriege, bewaffnete Konflikte, wirtschaftliche Not, drohender Einsatz als Kindersoldaten, Gewalt in Familien, Zwangsheirat und Genitalverstümmelung bei Mädchen.

Die UN-Kinderrechtskonvention sieht einen besonderen Schutz für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vor. In Deutschland haben sie Anspruch auf Inobhutnahme durch das Jugendamt, einen persönlichen Vormund und die Unterbringung in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, sowie auf Zugang zu Schule und Ausbildung.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben keinen festen Aufenthaltsstatus, sondern leben mit einer temporären Duldung – Aussetzung der Abschiebung –, die regelmäßig erneut genehmigt werden muss, in Deutschland. Diese Duldung kann jederzeit fristlos widerrufen werden. Meist werden die Jugendlichen jedoch bis zur Volljährigkeit geduldet. Danach ist entscheidend, ob sie die Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel erfüllen. Dafür müssen sie gut integriert sein, Sprachkenntnisse vorweisen können und vier Jahre die Schule besucht haben oder einen Schulabschluss vorweisen können.

  • eine Aufenthaltserlaubnis für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bis zum 18. Geburtstag.
  • die gleichen Teilhabe- und Bildungschancen wie andere Kinder.
  • realistische Bildungs- und Ausbildungsperspektiven.
  • die uneingeschränkte Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in die deutsche Gesetzgebung.
  • gleiche Leistungen für alle Kinder bei der Gesundheitsversorgung und entsprechend des Kinder- und Jugendhilfegesetzes.
  • qualifizierte Vormünder*innen und Rechtsbeistände.

Wir wollen erreichen, dass das Kindeswohl – und nicht das Ausländerrecht – als ausschließlicher Maßstab im Umgang mit den unbegleiteten Minderjährigen gilt.

Wir wollen, dass die Jugendlichen nicht nach einem Schlüssel verteilt werden sondern dort bleiben können, wo sie bleiben wollen und wo es für sie am besten ist.

Wir wollen, dass die Kommunen ausreichend finanziell ausgestattet werden, um genügend Unterbringungsmöglichkeiten mit umfangreicher sozialer und pädagogischer Betreuung zu schaffen.

Wir wollen, dass demütigende Altersfeststellungsverfahren abgeschafft werden. Stattdessen sind wir für eine Altersbestimmung gemäß der sozialen Reife der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen, die bei der Erstaufnahme unwiderruflich festgestellt wird.

Wir wollen kostenlose und professionelle Rechtsberatung für die Kinder und Jugendlichen.

Wir wollen, dass es in allen Kommunen, in denen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben, ausreichend Schulplätze und Willkommensklassen, sowie Möglichkeiten der kostenfreien Nachhilfe gibt.

Um all dies zu erreichen, bitten wir Sie um Unterstützung. Werden Sie Mitglied unseres Vereins oder unterstützen Sie uns mit einer Spende.

Foto: © sajola / Quelle PHOTOCASE

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