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Kräfte bündeln

Im August 2016 gründete sich der gemeinnützige Verein Encourage e.V., hervorgegangen aus der Initiative Vormund werden, deren Namen die Homepage des Vereins trägt. Encourage möchte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bei ihrem Start in Deutschland unterstützen und tut dies u.a., indem ehrenamtliche Vormünder*innen vermittelt und begleitet werden. So entsteht in Berlin eine größer werdende Landschaft verschiedener Initiativen, die sich um das Wohl der geflüchteten Kinder und Jugendlichen, die allein nach Deutschland gekommen sind, kümmern und Vormünder*innen helfen möchten. In anderen Bundesländern wird es ähnlich sein und es wäre sicher interessant, einmal einen Überblick über alle deutschlandweit arbeitenden Initiativen und Vereine zu bekommen, die sich für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stark machen. Wir bei JUNA sind dabei zu überlegen, wie man die Informationen zusammentragen und auf der im Aufbau befindlichen Wissensdatenbank zugänglich machen kann.

AKINDA leistet in Berlin seit vielen Jahren professionelle Arbeit, wenn es um die Ausbildung und Begleitung von Vormünder*innen geht. Die Initiative arbeitet unter dem Dach von XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V., die wiederum virtuell gemeinsam mit dem Vormundschaftsverein des Caritasverbandes und dem Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V./Cura Betreuungs- und Vormundschaftsverein unter der Adresse www.netzwerk-vormundschaft.de zu finden sind, das vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf gefördert wird.
Die regelmäßigen Newsletter der Initiative Willkommen im Westend sind für alle, die eine Vormundschaft haben, wichtige Informationsquellen und eine große Hilfe bei vielen konkreten Problemen. Wer sich für den Newsletter anmelden möchte, kann dies hier tun.

Noch im Dezember vergangenen Jahres haben wir von JUNA e.V. ein kleines – und vorerst informelles – Netzwerktreffen mit den Engagierten von Encourage e.V. angeregt. Es war ein erster Schritt auf dem Weg hin zu mehr Vernetzung, denn auch wenn alle Vereine und Initiativen mit dem gleichen Ziel arbeiten – Vormünder*innen und Mündel zu unterstützen -, haben sie sich doch unterschiedliche Aufgaben gestellt und tun dies auf verschiedene Weise.

Viele arbeiten ausschließlich ehrenamtlich, andere, wie AKINDA, bekommen Fördergeld und können so einen Teil der Arbeit professionalisieren. Vor allem die ehrenamtlichen Initiativen und Vereine müssen mit ihren Kräften haushalten, denn fast alle, die hier mittun, sind selber Vormund oder Vormünderin, sind beruflich eingebunden und oft noch anderweitig ehrenamtlich aktiv.

Wir wollen nach diesem ersten, ermutigenden Treffen, weiter daran arbeiten, dass eine Vernetzung zustande kommt, die vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle Arbeitsteilung und Bündelung von Kräften ermöglicht. Es gibt genügend zu tun, um auf Kooperation zu setzen.
Kathrin Gerlof